
Segel-Kunstflugzeuge
SZD-22 Mucha Standard


Fotos: Mirjam Rogger
Die Entwicklung der Mucha (Fliege) begann bereits
Ende der 1940er.
1953 flog die SZD-12 Mucha 100 zum ersten Mal. Sie war aus dem Entwurf IS-2 Mucha des Instytut
Szybownictwa (Segelflug-Institut) hervorgegangen.
Der Mitteldecker in Holzbauweise mit 15m Spannweite war als Übungsflugzeug zum Training für
die damaligen Hochleistungssegler wie z.B. die SZD-8 Jaskolka (Schwalbe) gedacht.
Dank ihrer einfachen Bauweise konnte die Mucha 100 kostengünstig produziert werden
und wurde als SZD-12A Mucha 100A ab 1956 exportiert.
Im Frühjahr 1958 erschien die Weiterentwicklung SZD-22
Mucha Standard für die von der FAI neu geschaffene Standardklasse.
Obwohl die Polen als Flügelprofil das eigentlich veraltete Gö 549 der Mucha 100 beibehalten hatten,
überzeugte die Mucha Standard durch gute Flugleistungen und noch bessere
Flugeigenschaften.
Nachdem Adam Witek bei der Weltmeisterschaft 1958 im polnischen Lezno mit der
Mucha Standard erster Weltmeister in der Standardklasse geworden war, ging das
Flugzeug bei SZD in Bielsko-Biala in die Serienproduktion.
Auch wenn die Mucha Standard bei weitem nicht die Produktionszahlen ihres
schärfsten Konkurrenten, der Ka 6 von Schleicher erreichte, erfreute sie sich
grosser Beliebtheit dank ihrer guten fliegerischen Qualitäten und ihres
günstigen Preises.
Mit den Flügeln der Mucha Standard kam 1960 der SZD-25
Lis (Fuchs) heraus.
Dieser robuste Übungssegler hatte einen neuen Rumpf mit stoffbespanntem
Stahlrohrgerippe vorn und einem konischen Duralrohr als Leitwerksträger. Auch
der Lis wurde in Serie gebaut und in einiger Stückzahl exportiert.
Wie praktisch alle polnischen Segelflugzeuge aus dieser Zeit ist auch die Mucha Standard für den einfachen Kunstflug zugelassen.
Laut dem Register des BAZL existieren noch eine Mucha 100 und drei
Mucha Standard in der Schweiz. Die einzige flugfähige Mucha Standard der Schweiz
wurde vom SAGA-Präsidenten, Christian Schmid, zusammen mit dem SAGA-Vizepräsidenten,
Hans-Ruedi Frey, in fast zweijähriger Arbeit restauriert.
Rechtzeitig zur Schweizermeisterschaft 2005 konnte Christian in Bad Ragaz den
"Erstflug" mit der wieder erstandenen HB-693 vornehmen.
Hans-Ruedi flog danach den Espoirs-Wettbewerb mit, wobei zu betonen ist, dass dies
seine ersten Flüge auf der Mucha überhaupt waren.
Technische Daten
| Spannweite | 14,98m |
| Flügelfläche | 12,75m2 |
| Flügelprofil | Gö 549 / M12 |
| Länge | 7,00m |
| max. Flugmasse | 383kg |
| Flächenbelastung | 30,0kg/m2 |
| Lastvielfache bei 144km/h | +6,0 / -3,0 |
| Höchstgeschwindigkeit (ruh. Wetter) | 250km/h |
| Gleitzahl | 27,8 bei 75km/h |
Quelle: The Worlds Sailplanes, Vol.1 1958 und Vol. 2 1963
M. Echter, 12-2005