Segel-Kunstflugzeuge

 

LCF-2

 

 

Die LCF-2 ist eine Konstruktion von Mitgliedern des Luftsport-Clubs Friedrichshafen, die speziell auf den Kunstflug ausgerichtet ist. Das Konstruktionsteam bestand aus den Ingenieuren Brunbauer, Friedel, Görgl, Hensinger und Herold, sowie dem Werkstattleiter Kramper.
Die Arbeiten begannen 1971 und die LCF-2 flog nach 4000 Arbeitsstunden erstmals im März 1975.
Bei den Segelflugleistungen strebte man das Niveau der Ka 6E an. In den Kunstflugeigenschaften wollte man möglichst die Lo 100 übertreffen.
In der Flugerprobung wurde eine Geschwindigkeit von 305 km/h flatterfrei nachgewiesen.

Die Kunstflugtauglichkeit konnten Helmut Laurson mit dem Sieg bei den Bayerischen Kunstflugmeisterschaften 1976 und Günter Cichon mit dem 5. Platz bei der Deutschen Meisterschaft 1977 unter Beweis stellen.

Wesentliche Komponenten der LCF-2 stammen von Scheibe-Serienflugzeugen. Eine damals geplante Serienfertigung beim ScheibeFlugzeugbau kam aber nicht zustande.
Für die gute Bauausführung der LCF-2 bekam der Luftsport-Club Friedrichshafen im Jahre 1975 einen Preis der Oskar-Ursinus-Vereinigung.

Im Juni 1985 wurde die LCF-2 bei einem Unfall schwer beschädigt.
Hanspeter Schmid aus Biberach kaufte die Überreste und baute die LCF-2 1986 bis 88 mit Unterstützung des Luftfahrttechnischen Betriebes Leo Meeder wieder auf.

Bei der Deutschen Segelkunstflug-Meisterschaft 1992 in Anspach belegte H-P Schmid mit der LCF-2 den 2. Platz im Nachwuchswettbewerb.

Nach langer Wettbewerbs-Abstinenz, in der die LCF-2 überwiegend im Streckenflug bewegt wurde, nahm H-P Schmid wieder an den Deutschen Meisterschaften 2004 in Biberach teil. Bei diesem "Heimspiel" kam er mit seiner LCF-2 auf den hervorragenden 12. Platz von 24 Teilnehmern in der Meisterschaftsklasse (Elite).

H-P Schmid in seiner LCF-2 bei der DSKM 2004

 

Technische Daten

Spannweite 13,0m
Flügelfläche 10,0m2
Flügelprofile S 01, S 01/2, FX 60-126
Länge 6,35m
Rüstmasse 190kg
Flugmasse 300kg
Flächenbelastung 30,0kg/m2
Lastvielfache +7,0/-4,4
Höchstgeschwindigkeit VNE 280km/h
geringstes Sinken 0,70m/s bei 68km/h
Gleitzahl 30 bei 85 km/h

 

M. Echter 6-2005