
Segel-Kunstflugzeuge
Z-04 Béke

Die 1950er waren eine ausgesprochen fruchtbare Periode
für die ungarischen Segelflugzeug-Konstrukteure.
Eine Vielzahl von Schulungs-, Übungs- und Leistungsseglern wurden entworfen und
einige davon auch in grösserer Stückzahl produziert.
Bemerkenswert ist z.B. das Ganzmetall-Segelflugzeug Györ 2 von 1951, das mit
einem 17m-Wölbklappenflügel die beachtliche Gleitzahl von 36 erreichte.
Der Kunstflugsegler Z-04 Béke des Konstrukteurs F. Zsebö
flog erstmals 1955. Entwurfsziel war ein Flugzeug speziell für den Kunstflug und
das Wolkenflugtraining. Die Béke ähnelt nicht nur äusserlich dem tschechischen
"Lunak"
von 1948. Die Auslegung
als Mitteldecker mit Trapezflügel und einem "Bubble"-Kabinendach ist die gleiche.
Auch das NACA-Flügelprofil mit 15% Dicke ist dem des Lunak sehr ähnlich. Auf
Wölbklappen verzichteten die Ungarn jedoch. Die Frise-Querruder waren mit einer
Spannweite von 4m pro Flügelhälfte reichlich bemessen. Wie die meisten
ungarischen Flugzeuge aus jener Zeit, ist auch die Béke festigkeitsmässig nach
den deutschen Bauvorschriften von 1939 ausgelegt.
Eigentümlich war die Bauweise der Béke: Während der Rumpf eine Metallschale ist,
sind die Flügel in herkömmlicher Holzbauweise gefertigt.
Von der Béke wurde letztlich nur ein Exemplar gebaut.
Was aus diesem interessanten Flugzeugs geworden ist, konnten mir meine ungarischen
Kunstfliegerfreunde leider nicht sagen.
Technische Daten
| Spannweite | 14,0m |
| Flügelfläche | 13,7m2 |
| Flügelprofil | NACA 23015 |
| Länge | 6,82m |
| max. Flugmasse | 370kg |
| Flächenbelastung | 27,0kg/m2 |
| Lastvielfache | +6,0/-3,0 |
| Höchstgeschwindigkeit VNE | 400km/h |
| Gleitzahl | 24 bei 90km/h |
Quelle: The Worlds Sailplanes, Vol.1 1958
M. Echter, 11-2005