
Segel-Kunstflugzeuge
Fauvel AV 36
In den 1950ern entwickelte der französische Konstrukteur Charles Fauvel zwei schwanzlose Segelflugzeuge, den Einsitzer AV 36 und den Doppelsitzer AV 22. Das Kürzel AV steht für "aile volante". Per Definition sind die Fauvel-Typen aber keine Nurflügler, da sie separate Seitenleitwerksflächen haben. Bei der AV 36 sind es zwei. Die AV 22 hat ein einziges Seitenleitwerk hinten am Rumpfboot.
Auch ohne Leitwerk und ohne nennenswerte Pfeilung besitzen die Fauvel-Typen eine erstaunlich gute Längsstabilität. Das wird durch das "druckpunktfeste" Flügelprofil erreicht, bei dem die Hinterkante nach oben gezogen ist und die Skelettlinie deshalb einen "S-Schlag" aufweist.
Eine weitere interessante Besonderheit der AV 36 ist der "Spoiler" hinter dem Cockpit. Dieses ringförmige Profil verhindert, dass sich die Strömung hinten am Rumpfboot bei niedrigen Geschwindigkeiten ablöst und störende Vibrationen am Höhenruder verursacht.
Dank ihres niedrigen Gewichts hat die AV 36 erhebliche Festigkeitsreserven und ist deshalb auch für den einfachen Kunstflug (Loop, Renversement und Vrille) zugelassen. Besonders die Loops mit der AV 36 sehen wegen des verblüffend kleinen Radius ziemlich lustig aus.
Aus der AV 36 wurden auch etliche Motorsegler-Varianten
abgeleitet.
Die Auslegung des Flugzeugs eignete sich besonders für den Motoreinbau hinter dem
Cockpit mit Druckpropeller.
Technische Daten
| Spannweite | 12,0m |
| Länge | 3,17m |
| Flügelfläche | 14,5m2 |
| Profil | Fauvel F2 17% dick |
| max. Flugmasse | 225kg |
| Lastvielfache | + 8,0/-4,0 |
| Höchstgeschwindigkeit VNE | 205km/h |
| beste Gleitzahl | 24 |
M. Echter, 10-2005