
Segelfluglehrer-Weiterbildung "Kunstflug" in Schänis
Unter der Aufsicht des BAZL und mit Unterstützung durch die SAGA wurde in Schänis in der Woche 29. März bis 02. April 2004 zum zweiten Mal seit 1998 ein Segelfluglehrer-Weiterbildungskurs mit dem Schwerpunkt Kunstflug durchgeführt.
Der Flugschüler in der Segelkunstflugschulung hat einen Anspruch auf eine möglichst effiziente Ausbildung. Die Erfahrung aus vielen Kunstflugkursen hat gezeigt, dass es nicht genügt, wenn ein Segelfluglehrer die Kunstflugberechtigung besitzt, um selbst im Kunstflug auszubilden.
Ziel des Kurses in Schänis war es daher, Segelfluglehrern die nötigen Fertigkeiten für eine effektive und sicherheitsorientierte Kunstflugausbildung zu vermitteln.
Diese Gedanken stellte Michel Barras vom BAZL an den Beginn des Kurses, bevor er die Leitung an Peter Bregg übergab. Als weiterer Ausbilder fungierte Manfred Echter.
Die fünf Kursteilnehmer kamen aus Langenthal, Hausen a.A., Schänis und Amlikon.
Nach einer Übersicht über die geltenden amtlichen Vorschriften und Richtlinien ging es in die Praxis. Die Figuren der Kunstflug-Basisausbildung, Vrille, Loop, Renversement und Steilspirale wurden ausführlich besprochen und dann von den Fluglehrern aus dem Rücksitz der ASK 21 im Flug demonstriert. Nachdem alle die Figuren fehlerfrei vorfliegen konnten, kam die Didaktik hinzu, d.h.gleichzeitig mit der Demonstration waren die nötigen Erklärungen und Hinweise für den Flugschüler zu geben.
Weitere Theoriestunden z.B. mit Diskussion von Flugsicherheitsthemen oder Fragen der Organisation von Kunstflugkursen begleiteten die Flugübungen.
Nach der Schulung des Basisprogramms, ging es an die Praxis der Ausbildung im Höheren Kunstflug. In diesem Abschnitt der Segelkunstflug-Schulung tritt der Sicherheitsaspekt in den Vordergrund. Der Schüler muss lernen, das Segelflugzeug in der für ihn ungewohnten und verwirrenden Rückenfluglage sicher zu beherrschen und aus kritischen Situationen ohne übermässigen Fahrtzuwachs oder Höhenverlust wieder heraus zu kommen.
Hier bewährte sich der Einsatz des SAGA-Fox, der während des ganzen Lehrgangs in Schänis zur Verfügung stand. Mit diesem Kunstflugdoppelsitzer können die Figuren des höheren Kunstflugs sehr viel einfacher geübt werden als mit der ASK 21. Auch die Demonstration von Gefahrenzuständen und Notverfahren ist aufgrund der höheren Belastbarkeit des Fox ohne Risiko möglich.
Selbstverständlich wurden die Techniken des Höheren Kunstflugs ausgiebig mit der ASK 21 geübt. Hier kam es darauf an, dem Flugschüler zu zeigen, wie man Figuren wie gesteuerte Rolle oder Rückenkurve mit diesem für den Kunstflug doch etwas schwerfälligen Doppelsitzer problemlos und sicher erlernen kann.
Als Bonus zum Abschluss wurde den Kursteilnehmern eine Einweisung in den Wettbewerbskunstflug der Kategorie "Promotion" geboten. Alle hatten Gelegenheit, die Pflichtprogramme der Schweizermeisterschaften 03 und 04 unter Anleitung von Manfred Echter im Fox zu üben.
Bleibt zu sagen: Bei der Abschlussbesprechung, zu der wiederum Michel Barras anwesend war, bestand Einigkeit, dass solche Lehrgänge sinnvoll und notwendig sind, um eine wirklich effiziente und sicherheitsorientierte Segelkunstflugausbildung anbieten zu können.