BFK5, "Wettbewerbskunstflug Kategorie Promotion"

15. - 20. Mai 2006 in Schänis

 

Am Sonntagabend, 14. Mai, versammelten sich die Teilnehmer des diesjährigen BFK5 zum obligatenEingangsbriefing im Theorieraum am Flugplatz Schänis.
Es waren dies Béatrice Gugelmann, Markus Annaheim, Ralph Bader und Ivo Müller. Aus beruflichen Gründen konnte der fünfte im Bunde, Christoph Weber, erst ab Dienstag teilnehmen.
Von den Teilnehmern hatten nur Ralph und Ivo noch keine Wettbewerbserfahrung in der Kategorie Promotion.

Im Briefing erläuterte Kursleiter Manfred Echter die Grundlagen des Wettkampfreglements für den Segelkunstflug mit Schwerpunkt auf dem Fliegen der verschiedenen Figuren und der optimalen Ausführung von Programmen. Anhand dieser Prinzipien wurde dann das Bekannte Pflichtprogramm der diesjährigen Schweizermeisterschaft im Detail analysiert.

Am Montagvormittag begann die praktische Fliegerei nach einem kurzen Briefing mit Überprüfungsflügen auf dem SAGA-Fox, um nötigenfalls die Qualifikation für Alleinflüge aufzufrischen und mit den Besonderheiten des Flugbetriebs in Schänis vertraut zu machen.
Mit Ausnahme von Ivo, der seinen Salto, HB-1846, mitgebracht hatte, flogen alle Teilnehmer den Fox. Für Ivo waren es die ersten Fox-Flüge überhaupt, so dass bei ihm das Vertrautmachen mit dem Flugzeug und das Erlernen spezieller Techniken und Tricks im Vordergrund stand.

Danach stand das praktische Üben der Bekannten Pflicht auf dem Programm.
Dabei zeigte sich schnell, wo bei den Einzelnen Defizite in der fliegerischen Technik oder in der Flugtaktik zu beheben waren.
Wie nicht anders zu erwarten, erwies sich das Renversement als besonderes Sorgenkind unter den Figuren. Entsprechende Tipps oder praktische Übung am Doppelsteuer im Fox brachten aber bald den gewünschten Erfolg. Das richtige "Vorspannen" war bald kein Thema mehr und auch Ivo meisterte mitseinem Salto die Renversements ohne Probleme.
Auch die korrekte Platzierung der Figuren, um das Programm optimal in die "Box" einzupassen, gelang bereits nach den ersten Übungsstarts erstaunlich gut.

Eine Besonderheit des Flugbetriebs in Schänis besteht darin, dass der Fox nur mit dem Turbinen-Bravo geschleppt werden kann. Der Turboprop-Antrieb zwingt aber dazu, das Triebwerk während dergesamten Schlepp-Periode laufen zu lassen. Abstellen und Wiederanlassen, wie beim Kolbenmotor, ist nicht möglich und der Treibstoffverbrauch im Leerlauf am Boden ist enorm hoch. Sofern der Bravo nicht mit anderen Starts ausgelastet werden kann, müssen daher die Kunstflugstarts "päckchenweise" in möglichst kurzen Abständen erfolgen.
Auch dieses Verfahren spielte sich sehr gut ein und nachdem jeder Teilnehmer seinen Flug absolviert hatte, gab es jeweils eine Pause mit Debriefing. Alle Soloflüge wurden vom Kursleiter auf Band kommentiert und danach mit dem Piloten im Detail nachbesprochen.

Leider spielte das Wetter von Dienstag bis Donnerstag nicht wie gewünscht mit. Es konnte zwar geflogen werden, aber Schauer und auch länger anhaltende Regengüsse führten zu mehrerenZwangspausen.
Diese wurden zu Briefings und Diskussionen über das Gelernte intensiv genutzt.

Als nächste Lektion stand die Kür auf dem Programm. Dieses Programm ist nach dem Reglement der Schweizermeisterschaft für die Promotion-Piloten das wichtigste, da es zwei mal zu fliegen ist und auch die höchste Gesamtpunktzahl hat.
Hier stand im Mittelpunkt der theoretischen Betrachtung der Aufbau einer optimalen Kür, die alleKriterien hinsichtlich der Reichhaltigkeit erfüllt und ohne Schwierigkeiten innerhalb der Raum- und Höhenbegrenzungen zu fliegen ist. Auch die persönlichen Präferenzen des jeweiligen Piloten und Besonderheiten des geflogenen Flugzeugs spielen beim Aufbau der Kür eine entscheidende Rolle.
Die ideale Kür "für alle Fälle" gibt es also nicht und jeder muss für sich entscheiden, was ihm liegt.

Als letztes Programm wurde die Unbekannte Pflicht diskutiert.
Hier werden die Figuren von den Piloten selbst vorgeschlagen. Dabei ist es natürlich unsinnig Figuren vorzuschlagen, die man selbst nicht richtig fliegen kann. Wird dann das Programm von derWettbewerbsleitung vorgestellt, muss es der Pilot hinsichtlich der Figuren und der Raumaufteilung analysieren und entscheiden, wie er die Aufgabe mit dem von ihm geflogenen Flugzeug meistern will.
Zum Abschluss stellten die Teilnehmer selbst eine Unbekannte Pflicht zusammen, die dann mit demKursleiter ausführlich besprochen wurde. Am nächsten Tag konnte dieses Programm geflogen werden, wobei nicht nur enorm viel zu lernen war, sondern auch der Spass über die mehr oder wenigergeglückten Versuche nicht zu kurz kam.

Der Freitag war wettermässig wieder ohne Einschränkung nutzbar und diente vor allem dem intensiven Üben der Küren.
Am Samstag stand ein Mini-Wettbewerb auf dem Programm, bei dem jeder Teilnehmer zuerst die Bekannte Pflicht und danach seine Kür fliegen sollte. Obwohl es zeitweise leicht regnete, konnten alle ihrebeiden Programme fliegen und erwarteten gespannt die Auswertung der Noten, die von Peter Bregg und Manfred Echter vergeben worden waren.
Zur Abschlussbesprechung am Samstagnachmittag stand dann auch das Ergebnis fest und alle waren sicheinig, dass es trotz wetterbedingter Zwangspausen ein gelungener Kurs war, von dem alleeinen beachtlichen Gewinn an Erfahrung und Können mit nach Hause nehmen konnten.

 

Ergebnisse des Mini-Wettbewerbs:

Bekannte Pflicht

Rang Name Flugzeug Punkte
1 Weber, C. Fox 1585,5
2 Bader, R. Fox 1564,5
3 Müller, I. Salto 1285,5
4 Annaheim, M. Fox 1218,0

 

Kür

Rang Name Flugzeug Punkte
1 Annaheim M.. Fox 1940,25
2 Bader, R. Fox 1898,25
3 Müller, I. Salto 1578,0
4 Weber, C. Fox 1556,5

 

Gesamtergebnis

1 Bader, Ralph 3462,25
2 Annaheim, Markus 3158,25
3 Weber, Christoph 3142,0
4 Müller, Ivo 2863,5

 

M. Echter 05-2006

 

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